NATURINSPIRIERTE MUSIK DEVIN ABRAMSNATURINSPIRIERTE MUSIK DEVIN ABRAMS

Text: Marie Knowles
Video: Tom Powell

7. Dezember 2018

Musiker, Produzent, Manager und Kollaborator. Devin Abrams, alias Pacific Heights, hat über zwei Jahrzehnte hinweg in der Musikindustrie Geschichte gemacht. Als Gründungsmitglied der Live-Electronic-Band Shapeshifter verließ Devin im Jahr 2014 die Band, um sich auf seinen Masterabschluss in Musikproduktion und auf Soloprojekte zu konzentrieren. Seit diesem Vertrauensvorschuss hat Devin zwei viel beachtete Alben als Pacific Heights veröffentlicht, mehrere Auszeichnungen erworben, darunter Best Electronic Album bei den New Zealand Music Awards 2016, und jüngst einen bahnbrechenden Hit mit Drax Project produziert. Vor Kurzem hat Devin mit icebreaker an der Erstellung einer naturinspirierten Playlist gearbeitet. In unserem Gespräch erzählt er über dieses Projekt, seine Laufbahn nach Shapeshifter und wie die Natur seine Kunst inspiriert.

Du hast einen Sound erfunden und eine live Drum-and-Bass-Nummer entwickelt, die auf globaler Ebene breite Anerkennung fand. Was hat dich dazu bewegt, die Band zu verlassen?
Nach 15 Jahren Shapeshifter brauchte ich eine Veränderung. Mir war danach, mehr Zeit im Studio zu haben, Musik zu schreiben und zu Hause bei meiner Familie zu sein. Veränderung ist gut. Nur so können wir uns als Mensch und Künstler weiterentwickeln.

Wie wichtig ist es, seiner Intuition zu folgen und diesen Vertrauensvorschuss zu ergreifen?
Von meinem Vater habe ich gelernt, dass die größten Risiken häufig die größten Belohnungen mit sich bringen. Wenn man den Sprung ins kalte Wasser wagt, lernt man mehr über sich selbst, als wenn man in seiner Komfortzone bleibt.

Wie inspiriert die Natur deine Kunst?
Ich habe enorm viel den Southern Alps in Neuseeland zu verdanken – sie haben zu dem Namen und dem ganzen Ethos von Pacific Heights geführt. Die Natur trägt wesentlich zu meiner Kreativität bei. Hier in meinem Haus in Wellington bin ich von Tuis [einheimischen Vögeln] und heimischer Buschlandschaft umgeben…dem saftigen Grün und den Farben, die wir in Neuseeland haben. Darauf haben wir als Künstler Zugriff, was nicht viele Menschen auf der Welt haben. In meiner Arbeit bringe ich das sehr gerne zum Ausdruck.

Du hast soeben eine Playlist für icebreaker zusammengestellt, inspiriert von der Natur. Erzähle uns etwas über den Prozess.
Ich wollte genauer erkunden, was icebreaker ist und wie es sich anfühlt – als Marke und als Rohmaterial. Und mir überlegen, wie Natur in meine Musik einfließen wird. Es ging darum, Lieder zu finden, die einen erdartigen Klang hatten – Strukturen und Töne, die einen Fjord in Skandinavien repräsentieren oder einen Berg in den Southern Alps.

Wie bist du bei der Auswahl der Tracks vorgegangen?
Das war ein langwieriger Prozess. Zunächst hakte ich bei den Künstlern, die ich schon kannte, tiefer nach und habe dann über Spotify andere Wege und Künstler entdeckt. Die Playlist besteht zur Hälfte aus Künstlern, die ich schon kannte. Die Hälfte der Songs hatte bei mir schon Resonanz gefunden und eine Symmetrie mit der Natur.

Wie persönlich ist die Playlist?
In der Playlist sind sich sicher einige Songs eingestreut, die auf mich als Künstler und als Mensch einen enormen Einfluss hatten. Insbesondere zwei Songs haben mir geholfen, harte Zeiten in meinem Leben zu überwinden. Und zwei weitere Lieder in der Playlist haben die Richtung, die ich als Künstler und Produzent eingeschlagen habe, geprägt.

Es ist eine aussagekräftige Sammlung – erzähle uns etwas über die Art einiger der Tracks.
Ypsilon – Olafur Arnalds
Dieser Song weckt Assoziationen mit einer Reise. Die Anfangsklänge könnten eine Wanderung durch die Landschaft darstellen, mit erschütterndem Zupfen, das sich anhört, als ob es aus der Tiefe des Meeres käme und langsam an die Oberfläche steigt, um uns weiterzutreiben. Das Ende ist ungewiss, aber wie im Leben, gibt es keine Versprechen, sondern lediglich eine Vorbereitung auf die nächste Reise.

Dreams Today – Efterklang
Ein Song, der sich anhört, als ob er auf einem Fjord treiben würde (passend wenn man bedenkt, dass die Künstler von Skandinavien kommen). Die Sonne dringt durch einen Spalt im Fenster und beleuchtet eine Ecke im Raum. Wunderschön und gleichmütig.

Blurred – Kiasmos
Dieses wunderschöne Musikstück kommt vom hohen Norden – genauer gesagt Island. Kinematisch, ausdauernd und voller bezaubernder Feinheiten. Es weckt Gefühle von Wunder und Friedlichkeit mit einem Drang für Bewegung und Erkundung.

"Nature" curated by Devin Abrams. Listen to full playlist.